Autos parken Gehweg zu
Vor dem Gasthaus “Ochsen”, Zähringer Straße 363, und dem daneben liegenden Gebäude mit der Hausnummer 361 blockieren immer wieder parkende Autofahrer den dort recht schmalen Gehweg. Gelegentlich ragen die Fahrzeuge sogar bis in den auf der Straße markierten Fahrradweg hinein. Diese Problematik hat schon mehrfach sowohl das Ordnungsamt als auch den Polizeiposten in Zähringen beschäftigt. Nun formiert sich neuer Protest gegen die gefährliche Parksituation. Die Stadtverwaltung sieht aber wenig Chancen auf Abhilfe.
Meines Erachtens handelt es sich hierbei um den gefährlichsten Straßenabschnitt in Zähringen überhaupt, sagt Stadtteilbewohner Rüdiger Deissler. Er spreche für eine ganze Gruppe von Menschen, denen die zugeparkten Geh- und Radwege ein Dorn im Auge seien. “Fußgänger, besonders Eltern mit Kinderwagen, müssen hier automatisch fast immer auf die Straße oder zumindest auf den Radweg ausweichen”, fährt Deissler fort. Dabei kämen sie aber zwangsläufig den Radfahrern in die Quere, die ihrerseits an der Engstelle oft in den Autoverkehr einscheren müssten. “Dies ist besonders jetzt in der Dunkelheit mit großen Gefahren verbunden. Muss denn erst an dieser Stelle ein Kind tot gefahren werden, bevor die Stadtverwaltung endlich handelt?”, fragt Deissler.
Vor dem Gasthaus “Ochsen” parken demnach die Autos in der Regel quer zur Straße. Doch weil dort der Geländestreifen zwischen Gehweg und Hauswand verhältnismäßig schmal ist, ragt oftmals der Kofferraum oder – falls rückwärts eingeparkt wurde – die Motorhaube in den Gehweg oder gar in den Radweg hinein.
Vor der Zähringer Straße 361, dem Gebäude rechts daneben, wo ein Geldautomat der Deutschen Bank und ein Büro der Debeka-Versicherung beheimatet sind, verringern eine Reihe von Findlingen (großen Steinen) den zur Verfügung stehenden Parkraum zusätzlich. Insbesondere die Nutzer des Geldautomaten seien es, die hier rasch seitwärts ranfahren würden, um sich Bares zu besorgen, und dabei den Gehweg komplett blockierten.
Der “Ochsen”-Wirt Michael Winterhalter kennt das Problem und bestätigt, dass zum Teil gemeingefährlich geparkt werde. “Ich sage meinen Gästen, dass sie schräg einparken sollen und so nah wie möglich an die Hauswand ranfahren. Aber viele, die vor meinem Lokal parken, sind gar nicht meine Gäste. Ich mache erst am frühen Abend auf, und dann ist nicht selten schon alles voll geparkt.” Er könne aber auch nicht den Parkwächter spielen, schließlich habe er in der Küche zu tun. Auch ein Debeka-Mitarbeiter bestätigt auf Anfrage, dass zahlreiche Autofahrer völlig rücksichtslos ihre Autos auf dem Gehweg parken. Als Mieter sei die Debeka allerdings nicht für die Situation verantwortlich.
Die Verantwortung weist auch die Stadtverwaltung zurück. Rathaussprecherin Petra Zinthäfner: “Die Stadt hat den Grund vor den Häusern als Vorbehaltsflächen für die geplante Stadtbahnverlängerung zwar gekauft, aber mit den bisherigen Eigentümern Vereinbarungen zur vorläufigen weiteren Nutzung getroffen.” Das Parken insgesamt könne also nicht untersagt werden. Die Autofahrer hätten sich im Übrigen an die Verkehrsregeln zu halten, sonst drohten ihnen Bußgelder. “Allerdings können wir ja nicht den Gemeindevollzugsdienst dort andauernd kontrollieren lassen.”
Die Findlinge, deren Beseitigung die Situation womöglich etwas entspannen könnte, gehörten ebenfalls nicht zum Verantwortungsbereich der Stadt, so Petra Zinthäfner. Dem widerspricht allerdings Klaus Strohbach von der Hausverwaltung Sauer, der dort für die Betreuung der Zähringer Straße 361 zuständig ist: “Seit Jahren diskutieren wir mit der Stadt, wer für den Streifen zwischen Gehweg und Hauswand zuständig ist. Uns gegenüber hat die Stadt erklärt, dass sie für die Verkehrssicherheit dort die Verantwortung trägt.”